Gesprungener Yop Chagi
Bruchtest
Nutzen von TKD , Teilbereiche von TKD TaeKwonDo ist auf unterschiedliche Arten für Ihre Gesundheit
förderlich:
TaeKwonDo fördert Körper und Geist
Olympia 88, Seoul
TaeKwonDo wird regelmäßig ausgeübt, und geht durch seine
Struktur weit über einen normalen Sport hinaus, den man meist nur
betreibt wenn er einem gerade Spaß macht; TaeKwonDo ist interessant,
und bleibt es für die meisten auch, oft bis ins hohe Alter, da es
einem mehr gibt als ein reiner Sport. Dazu muss man sich jedoch darauf
einlassen und es ernsthaft betreiben, sonst bleibt der Effekt nur
ein oberflächlicher.
Auch eine sehr gute Sache hat wenig Effekt, wenn man sie nur oberflächlich
streift; und gerade hier kommt ins Spiel, dass TaeKwonDo interessant
ist und viel bietet, also bleibt man dabei und beschäftigt sich damit,
es ist hinreichend schwierig und kompliziert um auch kompetente Sportler
anderer Sportarten zu faszinieren, aber leicht genug um auch für Hobbysportler
mit weniger Fähigkeiten erlernbar zu sein. [nach oben]
Grundlagenkondition
Am Beginn jeden Trainings steht das Aufwärmen. Dies beinhaltet
bei uns ein kurzes Durchaufwärmen und Bewegen des ganzen Körpers,
gefolgt von Laufen und Bewegungsübungen die den Kreislauf und
den Körper auf Betriebstemperatur bringen. Weiters Muskelkrafttraining
ohne Geräte, aber meist mit dem Partner oder dem eigenen Körpergewicht;
Muskelaufbau – vor allem im meist vernachlässigtem Beinbereich
und Hüftbereich – ist ein wichtiger Teil jedes Trainings, vor
allem da wir ja mehr die Beine Benutzen. [nach
oben]
Abbau überschüssiger Fettpolster
Bruchtest USC Yong Ho
"Ja, Ja, sicher, kenn ich schon, schon probiert funktioniert aber
nicht" - ist meist das Erste, was man von leicht bis schwer Übergewichtigen
(also etwa 60 % der nicht sporttreibenden Österreicher) als Erwiderung
hört. Wahrlich, von Bauchmuskelübungen allein ist noch niemand
schlank geworden, das ist richtig. Denn genau dies, nämlich einzelne
Kraftübungen oder sonstige Quälereien sind rein für
die Muskelkräftigung zuständig, niemals für das Abnehmen!
Wie jeder Läufer oder sonstiger Ausdauersportler weiß,
muss man nämlich mindestens 3 mal die Woche eine Ausdauerleistung über
mehr als 50 Minuten leisten, dann wird der Fettstoffwechsel so hochgefahren,
dass er die Körpereigenen Reserven aus den Hüftpölsterchen
und dem Bierbauch holt.
Im Fitnessstudio in 10ersätzen Bankdrücken,
mit den vorgeschriebenen Pausen die für das Muskelwachstum
notwendig sind, sind hier leider kein gezielter Reiz zum Abnehmen.
TaeKwonDo Training wird 3 mal die Woche durchgeführt, für die
Anfänger
1 Stunde 45 min und für die Fortgeschrittenen bis zu 2 Stunden
45, meist nur mit gelegentlichen kurzen Pausen, die dennoch meist
mit leichter Bewegung angefüllt sind. Alldies, und das von
mir empfohlene zusätzliche Lauftraining 2 mal die Woche, bieten
sehr Wohl einen guten Anreiz für den Körper sich zu entpolstern,
am besten zusammen mit einer guten Ernährung, die jedoch meiner
Erfahrung nach nicht völlig fettarm sein sollte. [nach
oben]
Beweglichkeit und Stretching
Wenn man andere Leute auf den Kopf treffen möchte (für
die Kämpfer), oder nur die Erbtante beeindrucken (normale Schüler),
bei der Freundin „einedrahn“ (jugendliche Schüler), oder einfach
wieder nur schmerzfrei seine Zehen bei gestreckten Knien berühren oder umfassen möchte (reifere Schüler ab 35), muss man irgendwie
dehnen. Viele Leute machen Yoga, was ich außerordentlich gut
und bewundernswert finde, mir selbst aber zu statisch und ruhig ist
(ich bevorzuge im Privatleben Tai Chi Chuan); die meisten Sportler
machen zusätzlich die eine oder andere Art von Stretching zu
ihrem Programm, meist davor und nach ihrem eigentlichen Sport.
Das
Thema Stretching ist aber, ehrlich gesagt, für die Kampfsportler
ein heißes Eisen. Warum? Weil in den 80er Jahren hier ein
Methodenstreit zum Ausbruch kam. Die Sportwissenschaft in Europa
stürzte sich
auf das in den 70ern in den USA verbreitete sogenannte „Stretching“,
eine Methode („PNF“) aus der Physiotherapie, die mit statischen
Positionen ohne Anspannen eine Muskelverlängerung und somit
Beweglichkeitssteigerung erreichte. Das funktioniert, unbestritten.
Flugs wurden nun sofortigst
alle Sportarten umgestellt auf reines (PNF) Stretchen, wer dies
nicht tat, und sogar wie die „bösen Kampfsportler“ an einer
anderen Tradition festhielt, nämlich dem ach so ungesundem
Wippdehnen bzw. ballistischem Dehnen, wurde zur Gefahr für
alle deren Schüler
erklärt. Uns wurde fälschlicherweise vorgeworfen, grundsätzlich
Muskelmord zu betreiben, indem wir, gegen ein total schlaffes,
kaltes Bein, wippend dehnen würden, und so massenweise Mikrorisse
in den Muskelfasern hervorrufen würden.
Roland Agler
Erst in den späteren 90ern kam man endlich darauf, dass das Wippen,
wenn „richtig“ gemacht, ja doch ganz gut wäre. Was war geschehen?
Die Kampfsportler hatten sich ja nur geteilt, in die dogma-konformen
PNF Stretcher und in die Wippenden Häretiker (wie mich). Hilfe
kam aber diesmal von den Leichtathleten und den Turnern: die hatten
(als große und weitverbreitete Sportarten) festgestellt, dass
sie mit PNF Stretchen zwar beweglich wurden, aber für die extrem
kraftraubenden Übungen und explosiven Höchstleistungen einen
zu niedrigen Muskeltonus hatten. Wir erinnern uns, beim reinen PNF
Stretchen wird der Muskel in einer statischen Position oder bei Gegendruck
in einer solchen verlängert – das heißt auch der Muskeltonus
gesenkt. Es stimmt, nur ein optimal gedehnter Muskel ist voll kontraktionsfähig;
aber ein zu niedriger Tonus heißt andererseits zu wenig Maximalkraft,
vor allem bei explosiven Bewegungen. Also kehrte man bei den erwähnten
2 Sportarten unter einigen Trainern wieder zur bewährten alten
häretischen Methode zurück, modifizierte sie ein bißchen
mit zusätzlichen Stretchübungen und erhielt die ersehnte
Methode und Resultate. Dies wird sich in der offiziellen Sportwissenschaft
aber erst langsam durchsetzen. (Literatur dazu gibt es jedoch
schon wieder genug).
Worin besteht nun aber die alte / neue / rückkehr-häretische
Methode?
a) Muskeln sind grundsätzlich zuerst aufzuwärmen
auf Betriebstemperatur (leichtes Springen, Schnurspringen, lockeres
Laufen, Fangerlspiel
für Kinder, usw.);
b) eventuell leichtes Muskeltraining
c) Vorstretchen (wie, ist mein kleines Geheimnis)
d) „richtiges“ Wippdehnen: Beispiel Beinlängsdehnen – das Bein
ist nicht schlaff, sondern leicht vorgespannt ohne verkrampft oder
versteift zu sein (das wäre wirklich schwachsinnig); nun wird
vom Indifferenzpunkt an (der Punkt an dem in unserem Beispiel der
Oberkörper ohne nennenswerte Zugschmerzempfindung oder Zugempfinden
sich aufhalten kann) leicht wippend gedehnt, Betonung auf leicht für
den Anfänger. Dabei ist extrem wichtig, dass es kein rein lineares
vor und zurück ist, sondern oben, am Indifferenzpunkt, bei dieser Übung
der Körper kurz weggedreht wird und vor dem erneuten Niederwippen
wieder zurückgedreht ist (die Begründungen dafür liegen
in der Muskelanatomie und in Nervenreflexbögen im Rückenmark,
genaue Erklärungen sprengen sicher das Ausmaß dieser Homepage).
Mit dieser Methode erreicht man eine kleinere Verlängerung der
Beinmuskeln als mit PNF-artigem Stretchen; aber man senkt den Tonus
nicht so stark. Allerdings, und das ist der grundlegende Unterschied,
bei regelmäßigem Training dieser Art, über die Monate
hinweg, wächst der Übergang Muskel – Sehne in die Länge!
Das ist zugegebenermaßen langsam, aber dafür umso dauerhafter.
e) Stretch – und Wippdehneinheiten in richtigen Abständen über
die gesamte Trainingseinheit verteilen
f) Wippen, und dann zuletzt Stretchen als sogenannter Cooldown
(auch ersetzbar durch leichtes Laufen).
[nach
oben]
Gewandtheit
Äh…., ja aber das ist doch Beweglichkeit? Nein, nicht ganz;
beweglich ist ein Yogi mit den Beinen hinter den Ohren auch, gewandt
ist eher wie Jackie Chan, der elegant über oder durch Hindernisse
springt, schwere Stunts oder Tricks leicht aussehen lässt und
Weltklasse-Hindernisläufer neben sich zu preußischen Exerziersoldaten
verblassen lässt. DAS ist Gewandtheit. Komplizierte Bewegungsabläufe
zu erlernen, und diese dann locker, auch unter Stressbedingungen wie
im Freikampf, kontrolliert aber schnell ausführen zu können,
dies beweist Gewandtheit. [nach
oben]
Technisches Können
Was ist denn nun das schon wieder? Man will ja doch nur Kämpfen
oder Trainieren und keinen Schönheitswettbewerb in Ästhetik
gewinnen, oder? Falsch. Technisches Können ist sozusagen das
Grunderfordernis, um etwas zu beherrschen zu können. Dies muss
man sich durch richtiges Training aneignen; reines Repetieren (geistloses
Wiederholen) von Bewegungsabläufen genügt hierzu nicht.
ChangMok & Esteves
WM 87, Barcelona
Leider ist in Asien bei vielen Stilen und Meistern das Repetieren
einziges probates und erprobtes Mittel zum Erlernen von Technik;
dort „schien“ das zu funktionieren, da viele weniger Begabte so
durch reinen
Fleiß oft höheres Niveau erreichten; allerdings sind
meiner Meinung nach dadurch auch wahrscheinlich 80 % aller Schüler
weggefallen, was dort aber nicht auffällt, denn es gibt dort
immer viel Nachschub. Bestes Negativbeispiel sind dazu die Militärausbildungsstätten
im koreanischen Heer; dort kommt der Ausbilder nach dem erfolgten
15 km Lauf um 7:00 in das Lager, sagt: „heute Bandal Chagi“. Darauf
wird, bis 15:00 Nachmittags, erbarmungslos nur der Rundkick Mitte
geübt, 2-3000-mal mit voller Power. Wer das aushält,
kann natürlich recht fest treten; was aber nicht unbedingt
heißt,
dass er völlig richtig treten kann, nur die Begabten und
sehr Gesunden profitieren von so einer Gewaltbehandlung. Wer dies
nicht
aushält, hat nach 3 Monaten kaputte Knie und wird zur Schreibarbeit
versetzt oder zum Wachestehen; war halt nicht gut genug.
Dieses Modell
lässt sich nicht für Europäer verwenden. Wir müssen
unsere Technik immer wieder graduell verbessern, während wir
eine Technik lernen; diese Fähigkeit, Schüler individuell
auszubessern nach ihrem Könnensstand und ihren Bedürfnissen,
macht einen guten Trainer aus. Das ist auch weitaus gesünder,
wie Ihnen sicherlich einleuchtet. [nach
oben]
Ausdauer
Steter Tropfen höhlt den Stein. Aber wie? 600 Kicks in Folge
monoton abzuarbeiten (siehe übrigens meine Ausführungen
dazu unter "Technisches Können") heißt noch lange
nicht, dass ich aerobe Ausdauer habe („Luft“), ein hartes Training
oder
einen anstrengenden Kampf durchstehen kann. Beide bestehen aus dauernd
wechselnden
Ansprüchen; hier sehen wir, dass es, im Gegensatz zum normalen
Sprachgebrauch, 2 Arten „Kondition“, eigentlich Ausdauer gibt.
Sogenannte
(aerobe) Grundlagenausdauer, wie in den Zyklischen Sportarten (reiner
Dauerlauf, Radfahren in gleichbleibender Geschwindigkeit usw.);
und auch die Schnelligkeitsausdauer, wo sich Phasen explosiver schneller
Bewegung mit kurzen Ruhephasen abwechseln; entsprechend etwa dem
Hürdenlauf
oder Hindernislauf bei den normalen Sportarten. Beide Arten von „Ausdauer“
sind notwendig, müssen aber getrennt trainiert werden. Schneligkeitsausdauer
ist etwas extrem saures.
Was meine ich damit? Die Milchsäure
natürlich, die kennt jeder am Effekt, nämlich dem Tag danach
uff oh je Muskelkater. Wenn ein Muskel kurzfristig Hochleistungen
bringen muss für die er nicht bereit ist oder die über ein
normales Leistungsniveau (sogenannte aerobe Stoffwechselschwelle)
hinausgeht, produziert er Milchsäure, auch beim Hochleistungssportler.
Aber der hat durch richtiges Training die Fähigkeit gewonnen,
diesen hohen Blutpegel an „Lactat“ (=Milchsäure) schneller abzubauen.
TaeKwonDo liegt, bei einem Freikampf von ca. 3x3 Minuten mit je
einer Minute Pause dazwischen, bei Messungen des Lactatwertes in
der Nähe des sauersten Sportes überhaupt, des 400 Meter
Hürdenlaufes. [nach
oben]
Ansporn zu sportlichen Höchstleistungen
"Ich brauch keinen Trainer, ich mach das eh allein". Wer hat dies
nicht schon gehört? Grundsätzlich ist dies zwar möglich;
solch begabte Menschen sind aber sehr in der Minderzahl, und selbst
die können sich nicht immer selbst motobieren oder selbst Ausbessern;
ein Trainer mit gutem Auge, was auszubessern ist und wie man dies
macht, hilft hier doch sehr viel; und auch der innere Schweinehund
wird oft besser noch in der Gruppe im Gemeinschaftserlebnis überwunden
als im stillen Kämmerlein. [nach
oben]
Determination
Immer diese Fremdworte. Na, ich kenne aber kein besseres dafür
bis jetzt. Das Wortungetüm im deutschen Duden (zielgerichtetes
Festhalten an einem Vorhaben oder einem vorgesetztem Ziel ohne zwingend
erfolgende Abweichung von selbigem) gefällt mir nicht so ganz.
Für mich bedeutet es: Ziele setzen und wenn möglich auch
erreichen.
Belgien
Dazu ein Gschichtl: Wenn man mit TaeKwonDo anfängt, ist es
wahrscheinlich zunächst ein Ziel, das Training überhaupt
erst durchzustehen. Ist das ein Monat geschafft, fragt man sich, warum
denn die Anderen besser treten können als man selbst; Kondi hat
man ja jetzt schon; also muss es an etwas Anderem liegen? Aha, die
sind ja beweglicher als ich. Hm. 4 Monate später ist man so beweglich
wie die meisten Anderen; aber es reicht nicht so ganz bis zu den Schwarzgurten;
was machen die denn anders? Eh – die sind ja echt schnell; das muss
ich auch können. Nach 6 Monaten ist man schneller; Aber der miese
gemeine Schwarzgurt mit seinem Tyt Chagi (Rückwärtskick)
trifft mich für meinen Geschmack zu sehr nach belieben; ich hab’s:
ich muss Steppen und Ausweichen lernen, dann trifft er nur noch ins
Leere, dieser (…). Nach weiterer Zeit ist auch dies geschafft; aber
das Hochgefühl ist leicht getrübt, man wird zwar nicht mehr
so leicht gepunktet, trifft aber selbst den Partner eher selten.
Tja,
das könnte an der ungenauen Technik liegen – der alte Nörgler
von Trainer hat mirs zwar immer wieder gesagt, aber ich hab’s ihm
nicht geglaubt, meine Kicks waren doch schon so schnell und so unglaublich
hart, dass ich mich vor ihnen selber gefürchtet hab. Nur dass
ich die Schlagpratzen und den Sandsack bei schnellen Kombinationen
wenig getroffen hab, ist mir eigentlich eh schon aufgefallen. Na,
ich frag ihn mal, was ich für meinen eh schon mörderischen
Pandal chagi noch vielleicht tun kann…. Gesagt, getan. Jetzt ist man
nun Braungurt, hat schon viel gelernt; hat sogar gemerkt, dass nur
fest hinhauen allein noch keine gute Technik ist; Im Verein steht
man schon ganz gut da; aber…..beim Turnier? Aber Klar, Alter, die
misch ich auf! die können auch nur mit Wasser kochen, die kauf
ich mir! ---------------------------- (2 Monate später) --------------------------
Äh,
na ja. Irgendwie hab ich mir das leichter vorgestellt. Die kämpfen
ja gar nicht so wie meine Vereinskollegen. Den Ersten hab ich zwar
besiegt, nach Punkten, aber zufrieden war ich dabei nicht. Der Zweite
hat mir dann ja sogar eingeschenkt, den konnte ich nicht brechen und
abschätzen was der vorhatte; glücklicherweise hat der Kampfleiter
beim Punktegleichstand dann für mich entschieden, aber das hätte
auch anders ausgehen können, der war ja so gut wie ich obwohl
er nur Blaugurt war. Echt peinlich. Hab ihm trotzdem (oder gerade
deswegen?) gratuliert. Der Dritte …. Abserviert hat der mich. Und
das im Finale. War total unkonzentriert. So viele Leute. Und alle
schreien so laut. A Debakel. War echt froh, dass der Trainer mich
nicht geschimpft hat; der hat nur zu mir gesagt, war eh eine gute
Leistung bis zum Ende, ich hab ihn überrascht; nächstes
Mal geht’s besser. Jetzt weiß ich auch, was die Schwarzgurte
in meinem Verein mir noch Voraushaben. Das werde ich sicher noch viel
verbessern. Das verspreche ich mir selbst hoch und heilig. Jetzt weiß ich,
ich hätte eher an meiner Technik und Konzentration gearbeitet,
als bei den Anfängern anzugeben wie aggressiv ich denn nicht
bei ihnen sein kann. Man lernt halt.
Dieses obige Gschichtl beinhaltet somit auch die nächsten 4
Punkte:
- Konzentration
- Reale Einschätzung des eigenen Könnens durch Wettbewerb
- Einbau von Werten in das eigene Weltbild von Jugendlichen
- Aggressionskontrolle durch reglementiertes Ausleben in einer strukturierten
Umgebung()
Nebenbemerkung: Jeder Wettkampfsport beinhaltet an und für sich
auch ein gewisses Maß an Härte. Es kommt immer wieder auch im normalen
Trainingsverlauf zu kleineren Wehwehchen. Was aber am "Kampfsport"
an sich liegt und nicht an unangemessener Brutalität.
[nach
oben] Erkennen des Konzeptes von „Do“ als für jeden
verwertbare Lebensphilosophie
"Bitte, I wül kann Religionsvortrag, der alte Depp von Trainer
soll mi do in Ruah lossn; ah der Schon Klaud Fantam braucht des ah
net..".
Achtung: „Do“ ist keine Religion, wer TaeKwonDo
macht muss sicher nicht Buddhist wie der Kwai Chang Caine aus der
Fernsehserie Kung
Fu oder gar Taoist oder sonst was wird. Abhandlungen über das
Do oder das Tao füllen ganze Bibliotheken; aber die muss man
nicht lesen, wenn man das nicht will. Man lernt (siehe
die Geschichte oben unter Determination) einfach während des
Trainings gute
Prinzipien: nicht aufgeben, nicht unterkriegen lassen, immer
wieder versuchen, überlegen, nachdenken, ein Gefühl für
das Richtige entwickeln, immer wieder trainieren auch wenn man gerade
kaum will oder die Freundin mault, all dies stärkt das Selbstbewusstsein
auf richtige Art ohne dass man überheblich wird, so fängt
man an, eine echte Persönlichkeit zu bilden. Und genau dies geht
im Leben weiter, ganz ohne den Trainer, der kann mich ja nicht ewig
bei der Hand halten. [nach
oben]
Selbstverteidigung
Olympia 88, Seoul
Ein heikles Thema. Noch heikler als das mit dem Stretchen. Wer kann
sich jetzt nun wie echt verteidigen? Das 45 kg Mädel, das im
Wochenende-Selbstverteidigungskurs von einem sogenannten Meister
einen Block oben und Faust zur Mitte gelernt hat, sicher nicht.
Dazu einige eher bissige Meldungen von mir: Da gibt's
den TaeKwonDo Weltmeister, der reihenweise Gegner KO schlägt,
4 Bretter mit einem Kick zerbrechen kann, und im Wirtshaus wie jeder
andere zu Boden geht (weil der Sessel auf seinem Hinterkopf verdammt
noch mal keinen Respekt vor seinem 5. Dan hat).
Den Judo Weltmeister,
der beim Zahnarzt noch bleicher wird, als ihm der eröffnet
was ihn seine 4 vorderen Stiftzähne kosten
werden, die ihm der jugendliche Boxer vor der Disco entfernt
hat, nachdem er ihn doch so schön geworfen hat. Den Mike Tyson-artigen
Boxweltmeister, ein echtes Tier, der sich beim Freefight in den
USA wundert, wie der Brasilianische Jiu Jitsu Typ eigentlich in
seinen
Rücken gekommen ist, den hätte ich doch mit einer rechten
Geraden pulverisiert, aber irgendwie krieg ich komischerweise
jetzt keine Luft mehr und hab kein Blutmehr im Hirn……sssss#####;
Und den
riesigen japanische Ringer, der am Boden sitzt und sich den dröhnenden
Schädel halten muss damit der ihm nicht wegfliegt und eine
Runde um die Halle fliegt: der komische TaeKwonDo Typ kann
mich doch
gar nicht mit seinen Kicks erwischen, der kann doch nur TaeKwonDo; aber da war doch irgend was, oder?
Meine persönliche Meinung dazu ist: Es gibt kaum je gute oder
schlechte Kampfstile. Es gibt gute und weniger gute Kämpfer.
Die letzteren können sogar in ihren eigenen Sportarten extrem
gut sein. Aber hier gibt es eine große Sünde: Überheblichkeit.
Geschlossen sein gegenüber anderen Stilen oder neuen Erkenntnissen.
Niemand, ich betone Niemand hat die Weisheit mit dem Löffel gefressen
(altes österreichisches Sprichwort). Und Niemand ist unbesiegbar.
Man muss lernen, und nie aufhören, offen zu sein. Dazu ein Beispiel: Fast jeder heutzutage kennt Chuck Norris aus den Film Enter the
Dragon (Mann mit der Todeskralle) von Bruce Lee und seinen weiteren
eigenen Filmen; davor war Norris x-facher Karate Weltmeister, und
dann auch oft Weltmeister im Full Kontakt Karate. Norris ist also
sozusagen ein Leitbild, berühmt, hatte viele Schüler, und
ist Chef einer großen Kampfkunst Organisation namens UFO (United
Fighting Arts Organisation); Norris stammt aus dem Tang Soo Do, einer älteren
Form des TaeKwonDo, das er in Korea begann zu lernen als er dort
als Soldat stationiert war. Aber was machte er Mitte der 90er? Nach
den ersten Ultimate Fighting Championships in 1993 / 94 sah er einfach,
dass er beim Bodenkampf starke Schwachstellen hatte, obwohl er beim
Kickboxen als x-facher Weltmeister ungeschlagen abgetreten war.
Also
hängte er sich einen weißen Gürtel um, und lernte
brasilianisches Jiu Jitsu bei den Machado Brothers, Cousins der
Gracie Familie, und das von der Pike auf. Gleich ihm taten dies
Bob Wall
(auch Karate Weltmeister, und aus 2 Bruce Lee Filmen bekannt),
und Richard Norton, Ausnahme-Karateka und Filmstar. Diese 3 erwähnten
Stars gehören zu den Besten in ihren Stilen, aber sind sich
nicht zu gut um etwas Neues zu lernen, als Schüler.
Wer dazu noch nicht bereit ist, 1–2 Jahre in seinen Körper
und Geist zu investieren, kann nie erwarten sich im Ernstfall
verteidigen zu können. [nach
oben]
Der Beste Kämpfer der Welt!
Die Frage danach, wer der beste Kämpfer der Welt ist, bewegt
natürlich jeden, der mit Kampfsport anfängt.
Nur: der Beste wovon? Nach welchen Regeln? Oder ohne Regeln? Wie
weit will ich bei meiner Bewertung gehen? Was ist, wenn ich die Zehn
besten Freefighter der Welt ermittelt habe und sie in einen Käfig
sperre, den ich erst wieder aufmache wenn einer überbleibt? Hab
ich dann den „Besten“, oder nur den Rücksichtslosesten Psychopathen
zwischen Ottakring und dem Südpol? Oder ist der beste Kämpfer
der Welt vielleicht doch irgendein Kriegsveteran, der hunderte von
gegnerischen Soldaten im Dschungel abgemurkst hat (und dementsprechend
noch lebt)? Oder ist das wieder nur der größte Einzeltriebtäter
/ Mörder der Welt?
Für mich ist der Beste Kämpfer der Welt der: Der, der
bei dem vielleicht ärgsten brutalen Kampf, vielleicht sogar mit
minimalen Regeln, aus freier Entscheidung diese Regeln achtet, und
seinen Gegner
als Mensch ebenso achtet, den es in diesem Kampf zu überwinden
gilt, aber sicher nicht um jeden Preis; der eine Öffnung sieht,
die ihm den illegalen Gewinn sichern würde, der Kampfrichter
sieht dies nicht, er entscheidet sich dagegen diese Chance zu
nützen,
da er seinen Opponenten achtet; und im weiteren Kampfverlauf verliert
er; aber für mich ist er der echte Gewinner. Er hat sich nämlich
selbst besiegt. [nach
oben]
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