Taoistische Künste
Henk Meyer, Belgien
Weltmeister 85
Tai Chi Chuan
Die Taoistischen Klöster, meist auf sehr hohen, unwegsamen Bergen
gelegen, haben schon sehr früh in der Geschichte begonnen, sich
mit der Energiearbeit zu beschäftigen. Ob sie hier auch aus Indien
(Yoga) beeinflusst wurden, ist nicht nachweisbar, auch wenn es ein so
genanntes taoistisches Yoga gibt; der theoretische Überbau des
Taoismus, mit dem Grundgedanken eines alles verbundenem "Tao", in einer
davon belebten Natur, und die zwei einender ergänzenden Grundkräfte
Yin und Yang, sind jedoch sicher rein chinesischer Natur, genauso wie
die Theorie der 5 Wandlungs-Phasen (fälschlich als 5 Elemente übersetzt).
Aus diesem Umfeld entstand eine Kampfkunst, die übersetzt Woll-Boxen
hieße, nach ihrem weichen Erscheinungsbild. Der Gründer wird
angegeben als Chan Sang Feng, anfänglich ein Meister der äußeren
Kampfkünste, der sich im Alter auf eines der taoistischen Klöster
zurückzog. Dort machte er viel sogenanntes Chi Kung (Qi Gong),
was einfach mit Energie arbeiten heißt. Nach dem Beobachten eines
Kampfes einer Schlange mit einem Kranich kamen ihm viele Ideen. Im Gegensatz
zu dem reinen Nachahmen der Tierbewegungen in den Externen Tier Kung
Fu Stilen, wollte er die Prinzipien dieser zwei Bewegungsarten übernehmen,
also das zirkuläre, spiralige, sich windende, der Schlange und
das extrem direkte, gerade, und zielgerichtete Zustoßen des Kranichs.
Viel später mischte sich diese Form mit dem lokalen Hong Boxen
(rotes Boxen) einer kleinen Ortschaft namens Chen Dorf (Chen Chia Gou)
in Fukien. Erst dort, vor 1750, wird es, weiter verändert, dann
Tai Chi Chuan genannt. Tai bedeutet Groß, Chi hier Ultimat, und
Chuan das Boxen, also große höchste Kampfkunst. Hier entstand
also der Chen Stil, als Ableger durch Yang Lu Chan gegründet der
Yang Stil, als Ableger dessen wieder der Nord Wu Stil, als Mixtur des
Chen und Yang Stiles der Süd Wu Stil, als Syntheseversuch des Süd
Wu oder auch Hao Stiles mit den zwei anderen inneren Kampfkünsten,
Pa Kua Chang und Hsing Yi Chuan, der Sun Stil durch Sun Lu Tang. Hiermit
haben wir nun die 5 Stile des Tai Chi Chuan, von denen der Yang Stil
die größte Verbreitung erfuhr.
Pa Kua Chuan
Das Boxen der 8 Trigramme; der zweite der inneren Stile, wahrscheinlich
auch aus taoistischen Wurzeln, von dem Hofeunuchen. . Begründet,
befleißigt sich meist runder, spiraliger Bewegungen, und ist wahrscheinlich
die schönste Kampfkunst überhaupt, mit Aikido an einem guten
zweiten Platz. Die 12 Meisterschüler des Gründers verbreiteten
das Pa Kua Chuan aber nicht so erfolgreich wie ihre Cousins vom Tai
Chi.
Hsing Yi
Diese, extreme lineare Boxen, das anscheinend nicht aus taoistischen
Wurzeln stammt, passt somit vom Bewegungsprinzip als Ergänzung
auch zu dieser Gruppe der Internen, da auch die Praktiker des Hsing
Yi rohe Kraft ablehnten; allerdings ist schon früh eine Art Synthese
zwischen dem Pa Kua und dem Hsing Yi eingetreten, als 2 Hauptvertreter
der Stile sich tagelang bekämpften aber nicht einander besiegen
konnten, und beschlossen, ihre Schüler nun beides lernen zu lassen.
Wing Chun Chuen
vom Prinzip her, nicht Kraft gegen Kraft einzusetzen, wird von manchen
Autoren dieser Stil, der von Bruce Lee als sein Ausgangsstil berühmt
gemacht wurde, hierher gezählt. Noch dazu angeblich von einer Nonne
des Shaolin Klosters ersonnen, als Kunst für körperlich Schwächere
gegen Stärkere. Verbreitete sich von Hong Kong aus über die
Welt. Der weitaus bekannteste Meister war Yip Man, der auch zeitweise
Meister von Bruce Lee war (den meisten Unterricht aber erhielt Bruce
Lee von einem von Yip Man´s besten Schülern, Wong Shun Leung,
ein wilder Straßenkämpfer).
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