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Henk Meyer, Belgien
Weltmeister 85

Japan

Dort hat die Kampfkunst Tradition, nur mit dem Unterschied, dass ein sehr starker Hang zum Formalismus und zur kriegerischen Ethik bei der Kriegerkaste der Samurai herrschte. Die überaus reglementierte japanische Gesellschaft tat dazu ihr Übriges. So entstanden eine Unzahl an traditionellen Schulen, den sogenannten Ryu, die striktes Einhalten ihrer Regeln und ihrer Technik forderten; wer vom traditionellen Pfad abwich, wurde ausgestoßen, und musste seine eigene Schule Gründen (unter anderem ein Grund für die Vielzahl der Schulen in Japan).

Traditionelle Ryu / Waffen / Bujutsu

Diese Schulen bestehen schon seit langer Zeit; einige können sich bis ins 12.
Jahrhundert zurückverfolgen. In ihnen wird hauptsächlich Waffenkampf, also Schwert, Lanze, Hellebarde, Stock, Bogenschießen, usw. unterrichtet; Waffenloser Kampf war immer nur ein verhältnismäßig kleiner Teil des Unterrichts. Es gab circa 700 Ryu, heute existieren noch etwa 100 davon. Der Ehrenkodex der Samurai ist in einem Buch namens Hagakure niedergeschrieben; erwähnenswert ist noch der berühmteste Samurai, Myamoto Musashi, dessen Buch Go Rin No Sho (Das Buch der 5 Ringe) heute noch zu der Pflichtliteratur der japanischen Manager zählt.

Sumo

Ist ebenfalls sehr alt, gibt es belegbar seit etwa 400 nach Christi; es entspricht in etwa dem Mongolischen Ringen, es gibt jedoch auch Stoßtechniken mit der offenen Hand (und ich möchte ehrlich gesagt nicht von jemandem der 160 kg hat, kräftig und für dieses Gewicht sehr schnell ist, keine in meine Fresse betoniert bekommen).

Ninjitsu

Ah, die Ninja. Der Filmregisseure liebstes Kind. Aber zu ihrer Zeit, etwa 1550 - 1800, waren sie für Japan etwa das, was die Asiaten für Europa waren. Schnell, effizient, lautlos, käuflich, und praktisch wenn der gegnerische Provinzherr su lange zu gesund war. Also eine frühe Mischung von Geheimdienst, Nachrichtendienst, Mafiakiller, oder Lebensversicherung wenn man selbst genug Kleingeld hatte um sie anzuheuern. Die Ninja waren eigentlich immer die Gegenspieler der Samurai; man konnte, auch als Feudalherr, seinen Samurai nicht befehlen, sich in das gegnerische Schloss einzuschleichen und den Burgherrn zu meucheln. Dies widersprach dem Ehrenkodex der Samurai, an den sie in jedem Fall, bis zum Verlust des eigenen Lebens gebunden waren; sie durften Gegner nur in offener Schlacht töten, oder beim Duell.

Die Ninja hingegen hatten keine solchen Schwierigkeiten, obwohl sie einen eigenen Kodex hatten. Ihr Wissen Schloss auch Gifte, Überleben im Wald und im Winter, und Ähnliches ein. Viele ihrer Fähigkeiten sind heute gut erklärbar, kamen den damaligen ungebildeten Leuten aber wie Zauberei vor. Mehrere Familien gaben die Kenntnisse weiter, aber nur innerhalb der Familien selbst. Niemand konnte hingehen und sagen, ich will Ninja werden. Beheimatet waren sie in 2 Regionen, in Iga und in Koga, in ca 20 Familien Ryu. Der meiner Meinung nach einzige, der einigermaßen reelles aber entschärftes Ninjitsu heute öffentlich unterrichtet, ist Dr. Masaaki Hatsumi.

Jiu Jitsu

Im 17. und 18. Jahrhundert begannen sich einige der waffenlosen Stilarten von den traditionellen Ryu abzuspalten, und nannten sich Jiu Jitsu (nachgebende Technik). Andere hatten andere Namen, wie zum Beispiel Fumiuchi, Yawara, Aikijutsu, usw., aber der generelle Name war Jiu Jitsu (in verschiedensten Schreibweisen, was zu differenten Transkriptionen in unsere Schrift geführt hat, wie Ju Jutsu, Jiu Jitsu, Ji(u) Jutsu, usw; Jutsu bedeutet einfach Technik, und somit eine Abgrenzung zu den Budo Sportarten, die ja durch das Partikel "DO" aussagen, auch einen geistigen Weg zu besitzen). Heute gibt es Jiu Jitsu in vielen verschiedenen Spielarten; es kam auch schon kurz nach der Jahrhundertwende 1900 nach Europa.

Judo

Wurde gegründet von Dr. Jigoro Kann. Kano studierte in den 1880er an der Uni Tokyo; ein deutscher Professor namens Erwin von Bälz, der auch eher so ein Anhänger von Turnvater Jahn war, also Gesunder Geist in einem Gesunden Körper, interessierte sich für das durch die moderne Kriegsführung in Vergessenheit geratene Jiu Jitsu, sah einige Turniere und speziell für Ihn abgehaltene Demonstrationen, und empfahl dies seinen Studenten als wertvolle Körperertüchtigung. Daraufhin lernte Kano Jiu Jitsu was er nur konnte und fand.

1888 gründete er seine Eigene Schule, und nannte sie Judo (weicher Weg). Dies damals hatte aber mit dem heutigen Judo vom Aussehen wenig gemein, war auch mit Tritten und Schlägen bewaffnet und eine abgerundete, effiziente Kampfkunst, wie das Judo auch in einigen Herausforderungsturnieren beweisen musste. Kano war dann auch im Olympischen Komitee Japans, später auch im Internationalen Olympisches Komitee tätig. Sein Judo verbreitete sich um die Welt, auch wenn es an Effizienz einbüßte, weil Kano die gefährlicheren Techniken aus dem Wettbewerb strich und somit einen sicheren Sport schuf. Kano starb in den 1930ern; 1964 wurde es Olympische Disziplin.

Aikido

Gegründet von Morihei Ueshiba. Er lernte verschiedene Jiu Jitsu Stile, Schwert und Stock; sein Hauptlehrer war der sogenannte letzte Samurai, Sogaku Takeda, der der Nachfolger des Takeda Ryu Aikijutsu war. Während einer sehr verwickelten Lebensgeschichte verfeinerte er sein Aikido immer mehr. Dies ist sicher der eleganteste Kampfstil zum ansehen.

 

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